Mittwoch, 23. April 2014

Angekommen 2.0


Mittwochmorgen hab ich mich schnell nochmal in Shanghai verlaufen, bevor ich mit dem Zug gefahren bin... Ich dachte eigentlich, ich ginge nur um den Block - offensichtlich nicht... Ein Taxifahrer hat mich natürlich nicht verstanden, sondern an einer anderen Ecke statt meiner Adresse rausegschmissen... So hatte ich mir das zwar nicht gedacht, aber immerhin wusste ich jetzt, in welche Richtung ich laufen musste. Dass einen niemand versteht frustriert doch sehr...

Um 11h wurde ich dann von meiner Orga in ein Taxi gesetzt und mit mind. 3 Herzinfarkten zum Shanghaier Bahnhof gebracht! Wer in dieser Stadt Auto fährt kann nur Suizid-Absichten haben...

Am Bahnhof stand ich dann nun... Erstmal durch die Sicherheitskontrolle. Dann den Ticketschalter suchen, wo ich mein Onlineticket eintauschen sollte. Ihr dürft rate, nein auch hier spricht niemand englisch und ich hab's trotzdem irgendwie geschafft, in der richtigen der 15 Reihen zu stehen... Dann musste ich mein Gleis finden, was aber leider nur einem Aufzug mit Nummer entsprach. Niemand kommt mehr als 15min vor Abfahrt oder gar ohne Ticket zum Gleis! Ich habs dann auch gemanaged den richtigen Wagon zu finden, aber als der Zug hielt, wurde es heikel. Chinesen haben Respekt vor nichts und niemandem und wer am meisten drängelt und schubbst gewinnt. Eigentlich wie beim Autofahren. Ich wurde also samt Gepäck in den Zug geschubst und stand dann erstmal da, weil mein Koffer nicht mit mir konnte, da zu groß... Also bin ich die halbstündige Fahrt einfach an der Tür geblieben und dachte, so kommst wenigstens auch raus... Zum Glück hab ich auch den richtigen Stop erwischt und dachte dann, deutsch wie ich bin, ich werde am Gleis abgeholt... Nicht. Der Fahrstuhl funktionierte nicht, Rolltreppen gabs nicht und so durfte ich meine gefühlten 30kg Koffer und Reisetasche die 195 Stufen runterschleppen... da hilft einem mal niemand... Bei diesem Unterfangen (is ja nicht so einfach mit kaputten Knien) rief dann meine Koordinatorin aus SuZhou an, wo ich denn sei... Wir trafen uns dann am Ausgang und es ging mit einem Bus zu meinem neuen Apartement. Wieder ein Hochhaus, wieder von Hochhäusern umgegeben, diesmal der 29. Stock. Dort erwartete mich Tami aus Israel (62) mit einer leicht forschen und dominanten Art... Yippieh... ich war durch. Ich hatte Schmerzen, ich fand alles scheiße und überhaupt.. also erstmal heulen und unter die Decke. Wäre mein Bett gemacht gewesen... aber es fand sich irgendwo Bettwäsche und nachdem ich das erledigt hatte, fiel ich einfach rein. Mh, super. Das "Bett" ist das gleiche Stück Holz wie in Shanghai... Nachdem mir die dominante Tami dann Abendessen mitgebracht hat und ich mich ausgeheult hatte, haben wir uns ganz gut unterhalten und mit Schmerzpillen und einer "Dizzy"Pille hab ich auch diese Nacht überlebt.

Um 8h bin ich dann mit Tami zur Schule gelaufen (ca. 20min ist der Weg) und ich hatte das Gfeühl die Koordinatorin wusste nicht so richtig wohin mit mir... ich bin dann in die "Babyclass" zu den 3jährigen. Die haben absolut keine Beruhigungsängste und es hat es Spaß gemacht! Es ist alles sehr gedrillt und on time, aber die Kinder sind super süß!
In der Kantine (einem winzigen Raum mit Biertischgarnituren) gibt es dann Mittagessen in Gefängnismanier. Ich weiß nicht, was ich heute gegessen hab, aber es war okay... ich kann immernoch nicht mit Stäbchen essen und es gibt noch 2 Volunteere aus Colorado, USA, eine davon war so nett mir einen Löffel zu organisieren (-:

Danach hat man dann bis ca. 14.30h frei und Tami und ich gingen ins Apartement, weil wir bis eben nur einen Schlüssel hatten. Unterwegs hab ich versucht meine Chin. Handykare aufladen zu lassen (ist leider weniger einfach, als es klingt) und mit der Kreditkarte Geld abzuheben (failed)...

Gleich gehts wieder zurück zur Schule, mal sehen, was der Nachmittag bringt!

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